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Afghanische Schneider nähen für guten Zweck

Lingen. In der Krise aktiv werden und als Einzelner auch etwas zur Bekämpfung des Corona-Virus beitragen – diesen Wunsch hat Kamran Ghaffari. Der gebürtige Afghane mit deutscher Staatsangehörigkeit engagiert sich seit vielen Jahren in Lingen für die Integration der Migranten und Flüchtlinge.

 

Sechs Frauen und Männer, die aus Afghanistan kommen, nähten 400 Masken für den guten Zweck. Die Masken wurden jetzt an den SkF und die AWO übergeben.

 

Nach Gesprächen mit einigen von ihnen, entwickelte sich aus dem Wunsch die konkrete Idee, Masken zu nähen und dort zu verteilen, wo sie gebraucht werden. Ghaffari übernahm die Initiative und besorgte trotz einiger Schwierigkeiten das benötigte Material. Daraus schneiderten sechs Frauen und Männer, die aus Afghanistan kommen, schließlich 400 Masken für den guten Zweck. Diese wurden nun an Irene Vehring, die Vorsitzende des SkF Lingen, sowie Reinhold Hoffmann, den Vorsitzenden der AWO in Lingen, übergeben. „Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie aus einer kleinen Idee gemeinsam etwas Großes wachsen kann“, freute sich Ghaffari.

 

Den Kontakt zum SkF sowie zur AWO stellte Oberbürgermeister Dieter Krone für Kamran Ghaffari her und sorgte somit dafür, dass die Masken auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. „Es ist schön zu sehen, wie Solidarität in unserer Stadt gelebt wird“, so das Stadtoberhaupt. „Ich danke allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben.“ Die Masken sollen nun beispielsweise den Bewohnerinnen der Frauenhäuser sowie Mitgliedern und Kooperationspartnern von SkF sowie AWO zugutekommen.

 

Bei der Übergabe der Masken erklärten Irene Vehring und Reinhold Hoffmann, dass die Fachbereiche des SkF zahlreiche Kontakte zu Flüchtlingen haben und auch die AWO schon seit Jahren in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit aktiv ist. „Auch heute dürfen wir wieder erleben, dass diese Arbeit durch ein Geben und Nehmen geprägt ist und das ist eine wunderschöne Erfahrung“, so die beiden Vorsitzenden.

 

Die sechs Schneiderinnen und Schneider, die die Masken gefertigt haben, kommen aus Afghanistan und leben erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Da derzeit alle Sprachkurse und andere Angebote ruhen, sind sie froh, dass sie etwas Sinnvolles machen konnten: „Damit möchten wir auch anderen zeigen, dass jeder etwas tun kann und sie dazu motivieren, sich für den guten Zweck zu engagieren.“ Kolsoum Mohammadi, Arifa Mohammadi, Zakia Rezahi, Hamida Sarwari, Amin Refahi und Ali Bagheri betonten: „Wir wollten unsere Zeit und unser Können in dieser schweren Zeit für die Menschen in dieser Stadt einsetzen.“

 

Für die Zeit nach der Corona-Krise hat Kamran Ghaffari ebenfalls einen Wunsch: „Ich wünsche ich mir, dass die Politik und auch die Gesellschaft aus dem Ganzen etwas Positives mitnehmen: Dass es sich lohnt, sowohl im Kleinen als auch im Großen, im Rahmen seiner Möglichkeiten, einen Teil zur Bewältigung solcher Krisen beizutragen. Es wäre sinnvoll und wünschenswert, wenn nicht alle danach wieder in alte Verhaltensmuster verfallen, sondern weiter versuchen, gemeinsame Wege zu entwickeln und zu gehen.“