fbpx

Gesund älter werden und bleiben – Impulse für Übungsstunden und Alltag 

Die älter werdende Bevölkerung ist eine zunehmende Herausforderung in Deutschland. Laut dem Landesamt für Statistik werden im Jahr 2030 mehr als 30% der Bevölkerung in Niedersachsen 65 Jahre und älter sein.

Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuten sich über einen interessanten und informativen Tag im Haus des Sports in Sögel. | Foto: Henrik Köhler

 

Am Samstag, dem 28.09.2019, fand zu diesem Thema ein Akademie-Forum beim KreisSportBund Emsland in Sögel statt. Der Sportwissenschaftler und Psychologe Prof. Dr. Ansgar Thiel  von der Eberhard Karls Universität Tübingen beschäftigte sich mit der demographischen Alterung als Herausforderung für Sportvereine.

 

Zudem wies Thiel auf die wissenschaftlich fundierten positiven Auswirkungen im höheren Alter von Menschen hin, die ihr Leben lang sportlich aktiv sind. Durch das Einbauen von kleinen sportlichen Bewegungen in den Alltag wie z.B. schnelleres Laufen beim Spazierengehen oder wiederholendes Aufstehen von einem Stuhl steigert sich die körperliche Fitness und das Herz-Kreislauf-System.

 

Die gesunde Ernährung ist genauso wichtig wie die sportliche Bewegung

 

Dies erklärte der Sport- und Ernährungsmediziner Dr. Med. Michael Greis in dem Vortrag „Was esse und trinke ich heute? – Sport und Ernährung im Alter.“

 

Der Anteil der Mitglieder über 60 Jahren in niedersächsischen Sportvereinen ist in den letzten Jahren konstant gestiegen und betrug zuletzt ca. 20%.  Die Sportvereine haben die Herausforderungen des demographischen Wandels angenommen und mit Angeboten, vor allem im Gesundheitsbereich, reagiert.

 

Dazu gehört auch der Alltags-Fitness-Test (AFT) und das Alltags-Fitness-TestPraxisProgramm (AFT-PP), in dem es darum geht die alltagsrelevante Fitness älterer Menschen zu erfassen und gleichzeitig zu stärken. Die Sportwissenschaftlerin und Sport/-Bewegungstherapeutin Anne Surborg führte diesen Test mit den 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Akademie-Forums theoretisch und praktisch durch. Hierbei wurden verschiedene körperliche Funktionsniveaus hinsichtlich der Selbstständigkeit überprüft. Übungsleiterinnen und Übungsleiter können aufgrund der Ergebnisse des AFTs mit einem vom Landessportbund Niedersachsen entwickelten Kursprogramm die Fitnesskomponenten der Trainierenden gezielt fördern.

 

Mit dem Alter lassen motorische Fähigkeiten wie z.B. Kraft und Koordination, insbesondere der Gleichgewichtssinn und das Reaktionsvermögen nach. Dies kann zu einem erhöhten Sturzrisiko führen. Dass die Förderung dieser Bereiche bei älteren Menschen daher enorm wichtig ist, findet auch der Übungsleiter und Referent Gernot Gehrmann aus Hannover. Gehrmann führte mit den Anwesenden ein standardisierten Sturzpräventionsprogramm durch, der verdeutlicht, dass es möglich ist, mit einfachen aber effektiven Übungen langfristig mobil und selbstständig zu bleiben.

 

Der dritte Workshop „Walking Football – Die etwas andere Art Fußball zu spielen“ wurde vom Senior-Sportberater vom „Huis voor de Sport“ in Groningen Jens Dijkstra geleitet. Beim „Walking Football“ handelt es sich um ein altersgerechtes und gesundheitsförderndes Fußballspielen, das sich an die Anforderungen des steigenden Alters anpasst. Gespielt wird ausschließlich im Gehen ohne körperlichen Kontakt. Die Bälle dürfen nur bis zur Brusthöhe gespielt werden. Der Niederländer Dijkstra und zwei Spieler des FC Groningen gaben Informationen über dieses neuartige Angebot und luden zum gemeinsamen Ausprobieren ein.

 

Der Kooperation-Partner des KreisSportBundes Emsland veranstaltet nach dem Akademie-Forum Sportentwicklung für die Fußballvereine Adler Messingen, SG Freren, SG Walchum-Hasselbrock, Sparta Werlte und Blau-Weiß Papenburg ein Probetraining inkl. Spiel.