Mit einer akribischen Keynote hat Apple im Steve Jobs Theater, Cupertino eine neue Apple Watch mit EKG-Funktion und drei iPhones vorgestellt. Zwei Premium-Geräte und ein Einstiegsmodell bilden hier folgendes Fazit: noch größer, noch schneller und echt teuer.

Apple Watch Series 4. Hochmut kommt vor dem Fall. Und danach.

Auch wenn vor allem das neue iPhone XS Max durch maximale Größe besticht – der eigentliche Star des Abends war dennoch für viele die neue Apple Watch Series 4. Diese ist nicht nur dünner geworden sondern auch etwas, nun ja – runder! Im Vergleich zu Ihren Vorgängern hat die Apple Watch nun nicht nur ein größeres Display, sie hat Designtechnisch auch etwas bei ihrer großen Mutter – dem iPhone – abgekupfert. So fallen bei beiden Modellen (40mm & 44mm) nun die Ecken des Displays rund aus und harmonisieren so gekonnt mit den markanten Linien des Gehäuses – wahlweise aus Aluminium oder im Edelstahl-Finish (Jetzt auch in goldener Optik erhältlich).

Auch wenn diese Neuerungen auf den ersten Blick in den Bann ziehen – die wahre Innovation steckt im inneren der Watch: Die Sensoren auf der Unterseite (Herzschlag, Sauerstoffgehalt, etc.) haben technisch einen kleinen Quantensprung gemacht. Sie können nun ungewöhnliche Herzfrequenzen feststellen und darauf aufmerksam machen. Auch ein EKG kann die Uhr nun vornehmen.

Last but not Least: Bei Apple hat man sich definitiv Gedanken gemacht. Nun kommen außerdem neue Technologien in der Apple Watch zum Einsatz, die Stürze erkennen können. Fällt man zum Beispiel von einer Leiter, registriert die Watch die Beschleunigung und den Aufprall und kann darauf hin entsprechend agieren: Nach dem Sturz fragt die Watch, ob der Notruf gewählt werden soll. Ist man nach dem Sturz nicht mehr bei Bewusstsein und bewegungslos, wählt die Uhr nach einer Minute automatisch den Notruf und übermittelt zusätzlich die GPS-Daten. Wenn das kein Fortschritt ist…

iPhone XS & iPhone XS Max. Willkommen zu etwas Großem.

Dass Apple am 12. September einen Nachfolger des iPhone X (2017) vorstellen würde, das war gut Informierten & Insidern schon länger bekannt. Auch, dass der Nachfolger noch einen größeren Gesellen hinzu bekommt, ist schon seit ein paar Wochen aktuell. Mit Bildschirmen von 5,8“ & 6,5“ tastet man sich in Cupertino immer weiter in Richtung der Mitbewerber voran. Aber mit 6,5“ dürfte für viele schon das Maß der Dinge erreicht worden sein! Äußerlich hat sich, abgesehen von der Größe des Max-Modells, nicht viel geändert. Zwar gibt es jetzt neben Space-Grau & Silber eine Gold-Variante, die jedoch bei er enormen Präsenz des Displays quasi in den Hintergrund gestellt werden dürfte. Hat man das iPhone in der Hand, sieht man ohnehin nur das Display.

Deswegen kommuniziert sich Apple auch hier nach guter alter Manier durch die Keynote: Die wahre Innovation steckt im Inneren der neuen iPhones. Hier werkelt der hauseigene Apple A12 Bionic, das Herz hinter der Technik. Dieser intelligente Prozessor ist mal wieder deutlich leistungseffizienter als sein Vorgänger und gleichzeitig stromsparender – und das bei noch kleinerer Prozessor-Architektur. Auch das Display hat sich noch einmal etwas gemausert: Hier geben nun 120Hz den Takt an. Die erhöhte Bildfrequenz bringt das User-Experience noch einmal auf einen neuen, noch geschmeidigeren Level.

iPhone Xr. Kunterbunt zum einfach Einsteigen!

Wer eine etwas abgespeckte Variante der Luxus-Modelle möchte, der greife am besten zum neuen Einsteigermodell. Obwohl – abgespeckt klingt etwas zu hart. Das iPhone Xr gibt im Endeffekt fast die gleichen technischen Spezifikationen wie die iPhone XS-Modelle her, ist dabei aber wesentlich farbenfroher. Denn hier gibt es gleich 6 neue Farben zur Auswahl: Weiß, Schwarz, Blau, Gelb, Koralle sowie Rot. Letzteres schimpft sich bei Apple auch (PRODUCT) RED.

Zwar haben diese Modelle nur einen LCD-Bildschirm verbaut (Apple nennt dieses ‚Liquid Retina Display‘), halten optisch aber genau so mit den Spitzenmodellen mit. Hier dürften nur Experten einen Unterschied feststellen. Das iPhone XS setzt immerhin auf ein OLED-Display mit deutlich höherer Pixeldichte.

Technikbegeisterte sind gestern jedenfalls wieder einmal auf ihre Kosten gekommen. Zwar sind die erhofften iPad Pro-Modelle & Macs ausgeblieben – ein Erfolg war die Präsentation dennoch. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern.