Zum Darmkrebs-Tag laden herzlich ein (v. l.): der Koordinator des Darmkrebszentrums Rheine, Chirurg Frank-Michael Lietz, sowie die Leiter des Darmkrebszentrums, Prof. Dr. Ralf Keller und Prof. Dr. Ulrich Steger.

Zum Darmkrebs-Tag laden herzlich ein (v. l.): der Koordinator des Darmkrebszentrums Rheine, Chirurg Frank-Michael Lietz, sowie die Leiter des Darmkrebszentrums, Prof. Dr. Ralf Keller und Prof. Dr. Ulrich Steger.

Klinikum Rheine und niedergelassene Ärzte kooperieren / Begehbares Darmmodell

Rheine. Im Darmkrebs-Monat März veranstaltet das Darmkrebszentrum Rheine erneut einen Darmkrebs-Tag am Sonntag, dem 24., im Foyer des Mathias-Spitals Rheine von 10 bis 16 Uhr. Leicht rückläufige Zahlen bei den Neuerkrankungen in den letzten Jahren legen den Schluss nahe, dass das Angebot zur Darmkrebsvorsorge Wirkung zeigt. „Dennoch gehen immer noch viel zu wenige Menschen zur Darmkrebsvorsorge“, sagt der Koordinator des Darmkrebszentrums Rheine, der Chirurg Frank-Michael Lietz. „Wer Angst hat vor einer potenziellen Diagnose, der geht dieser Angst am einfachsten aus dem Weg, indem er das Thema ganz meidet – inklusive Vorsorge.“

Dabei ist die Vorsorge gerade bei Darmkrebs sehr wichtig, denn die regelmäßige Darmspiegelung kann Vorstadien des Darmkrebses erkennen und wirkungsvoll beseitigen. Größere Eingriffe bleiben dem Patienten dadurch erspart. Deshalb wollen die Veranstalter der Angst mit Informationen entgegentreten. Ignorieren lässt sich die Darmkrebsvorsorge sowieso immer schwieriger: Bislang wurde Männern und Frauen ab dem 50. Lebensjahr ein jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten. Mit 55 Jahren wurde dann eine Vorsorgedarmspiegelung empfohlen. „Wesentlichen Anteil an der Motivation zur Darmkrebsvorsorge bei den Frauen haben neben den Hausärzten auch die Frauenärzte. Da es aber keinen entsprechenden Arzt gibt, der mit derartiger Konstanz von den Männern aufgesucht wird, wurde der Zeitpunkt der Vorsorgedarmspiegelung für Männer auf das 50. Lebensjahr vorgezogen“, erklärt Lietz. Neu ist auch, dass die Männer ein entsprechendes Aufklärungsschreiben von ihren Krankenversicherungen erhalten.

Vorsorge beginnt jedoch nicht erst mit 50 und einer medizinischen Untersuchung. Schon die richtige Ernährungsweise kann Darmkrebs vorbeugen. Deshalb sind ausdrücklich auch jüngere Menschen zum Darmkrebsinformationstag eingeladen.

Ab 11 und dann wieder ab 14 Uhr halten unterschiedliche Fachexperten Kurzvorträge zur chirurgischen Therapie bei Darmkrebs, modernen Strahlentherapie beim Rektumkarzinom, modernen endoskopischen Polypen-Entfernung, Ernährung bei Darmkrebs, zur onkologischen Pflege und Stomaversorgung sowie zur seelsorglichen Begleitung krebskranker Menschen.

Darüber hinaus gibt es Spannendes zu erleben: Anhand eines begehbaren Darmmodells erfahren Besucher, wie ein Darm von innen aussieht. Zusätzlich gibt es Bilder vom Darm unter dem Mikroskop. Am Endotrainer können Besucher ausprobieren, ob sie geschickt genug sind, um eine Darmspiegelung durchzuführen. Auch das Operieren in Schlüssellochtechnik kann am Modell erprobt werden.

An ihren jeweiligen Informationsständen laden zum Gespräch folgende Einrichtungen ein: Stomapflege, Onko-PET, Pathologie, Chirurgie, Endoskopie, Seelsorge, Sozialdienst, Fachpflege Onkologie, Geriatrie und Palliativmedizin, Ernährung, Chemotherapie sowie die Selbsthilfegruppen, darunter die Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs sowie deren Angehörige (ILCO).

Zum Praxisbesuch am Tag der offenen Tür am 24. März laden außerdem ein: die Gemeinschaftspraxis für internistische Onkologie und Hämatologie Rheine (Dres. Innig, Berning, Berkemeier) an der Sprickmannstraße 36 zum Thema „Ambulante Chemotherapie“ sowie die Gastroenterologie Dr. Johannes J. Heckhuis im EinSteinhausDrei, Lindenstraße 7, mit Infos zur Vorsorge durch Darmspiegelung. Die Praxen sind vom Mathias-Spital aus fußläufig zu erreichen, Parkplätze gibt es aber auch.