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Die E-Ladeinfrastruktur muss in Deutschland stärker ausgebaut werden

Dies gilt insbesondere für Ladesäulen für Gastronomie, Hotels und touristische Ziele.

 

Sprachen in Bad Essen über die Vorzüge der E-Mobilität für den Tourismus: Die Mitglieder des zuständigen IHK-Fachausschusses.

 

Dies erklärte Friedhelm Freiherr von Landsberg-Velen, Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses, anlässlich der aktuellen Sitzung im Hotel Deutsch Krone in Bad Essen.

Und weiter: „Zahlreiche Hotels und Gastronomiebetriebe in unserem IHK-Bezirk wollen E-Ladeangebote bereitstellen, um den politisch gewollten Ausbau der E-Mobilität zu unterstützen. Doch die Hürden sind zu hoch. Neben einer Anschubfinanzierung fehlt es in der Fläche häufig auch an der notwendigen Netzanschlussleistung.“

„Die größeren Reichweiten neuer Elektrofahrzeuge werden auch bei den Reisenden zu einem wachsenden Anteil an Nutzern von Elektromobilität führen“, erläuterte Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin für Standortentwicklung. Diese Entwicklung betreffe sowohl Geschäftsreisende wie Urlauber. Insbesondere Anbieter von Unterkünften, wie etwa Hotels, müssten in Zukunft eine steigende Anzahl eigener Ladepunkte vorhalten, damit die Reisenden vor Ort auch mobil blieben. Allerdings ließen sich solche Ladesäulen nicht wirtschaftlich betreiben.

Bisherige politische Konzepte böten auch keine Anreize für die Betreiber. Es reiche gerade nicht, nur den Kauf der Elektrofahrzeuge zu bezuschussen und steuerlich zu begünstigen. Auch eine flächendeckende E-Ladeinfrastruktur benötige entsprechende Impulse, um die gewünschten Erfolge zu erzielen.

 

Diese Einschätzung bestätigte Sebastian Koch von der Automotive Agentur Niedersachsen aus Hannover:

 

„Die bisherigen Fördermöglichkeiten beschränken sich auf jederzeit öffentlich-zugängliche Ladeinfrastrukturen und werden bei Weitem nicht ausreichen.“

Die Landesregierung sei sich der Problematik bewusst.  Hinzu komme eine weitere Hürde: Beim Netzanschluss von Ladeeinrichtungen ab zwölf Kilowatt müsse der Netzbetreiber vor Ort zuerst zustimmen. Dies sei alles andere als gewiss, denn die Kosten für die Ertüchtigung des Netzes überstiegen zum Teil deutlich die Errichtungs- und Installationskosten der Ladesäulen.

Ein Anspruch auf eine höhere Netzanschlussleistung bestehe zudem nicht. Mit Blick auf den Bund wolle das Land Lösungen entwickeln. Dies gelte insbesondere für unterversorgte Regionen, die mit dem „StandortTOOL“ (www.standorttool.de) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur identifiziert werden sollen.

 

Der anschließende Erfahrungsaustausch der Ausschussmitglieder zeigte:

 

Privat bereitgestellte Ladesäulen werden bisher kaum genutzt. „Die bisherige Förderung sollte grundlegend überarbeitet werden“, so Freiherr von Landsberg-Velen. Ein schneller Aufbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur sei eine Grundvoraussetzung dafür, dass die E-Mobilisten ihr E-Mobil für längere Fahrten nutzen könnten.

Es dürfe nicht sein, dass die Verantwortung und Kosten für die politisch beschlossene Mobilitätswende am Ende auf die Unternehmen abgeschoben werde.

 

Hintergrund:

 

Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren, bis 2030 sogar zehn Millionen, so das Ziel der Bundesregierung. Doch noch fehlt es auch an der notwendigen Ladeinfrastruktur. Deutschlandweit können E-Mobilisten inzwischen an rund 24.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten Strom zapfen, so eine aktuelle Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft.

Allein in den nächsten beiden Jahren sollen 50.000 neue öffentliche Ladepunkte hinzukommen. Bis zum Jahr 2030 sollen eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden.