Gesundheits- und Krankenpfleger Jan-Simon Albers (24) aus dem Borromäus Hospital Leer spendet Stammzellen

Alle 15 Minuten wird ein Mensch in Deutschland mit der Diagnose Blutkrebs konfrontiert. Für viele dieser Patienten ist eine Stammzellspende die einzige Chance auf Heilung. Das sei für ihn ein kleiner Beitrag für ein großes Ergebnis gewesen, berichtet Jan-Simon Albers. Der 24-Jährige Papenburger spendete im Herbst dieses Jahres einer ihm unbekannten Patientin mittleren Alters aus Frankreich seine Stammzellen und gab ihr damit eine zweite Chance auf Leben. Albers arbeitet auf der Intensivstation des Borromäus Hospitals Leer.

 

Spendete im Herbst Stammzellen: Jan-Simon Albers arbeitet auf der Intensivstation des Borromäus Hospitals Leer. | Foto: Borromäus Hospital Leer

 

Aufmerksam geworden auf das Thema Stammzellspende sei er, als auf einen Krankheitsfall in der näheren Umgebung aufmerksam gemacht und Spender gesucht wurden. Die Typisierung ging schnell: Stäbchen rein, Probe abgeben. Fertig. Da war er gerade 17 Jahre alt. Danach bekam Albers regelmäßig Post von der DKMS mit Fragebögen zum allgemeinen Gesundheitszustand. Vor rund drei Monaten erhielt er dann die Nachricht, dass er als Spender in Frage käme. Blut wurde abgenommen, um beispielsweise Infektionskrankheiten auszuschließen. „Im Urlaub erreichte mich die Nachricht der DKMS: Ich sei der perfekte Spender. Ich habe mich gleich bereit erklärt und die ersten Schritte sofort eingeleitet“, erzählt Albers. Es folgten gründliche Aufklärungsgespräche zum Entnahmeverfahren. Zwei bis drei Wochen vor der Operation erfolgten weitere Untersuchungen, wie Elektrokardiographie (EKG), Blutabnahme und Ultraschall des Bauches und Aufklärungsgespräche über die OP und das Narkoseverfahren.

 

Die eigentliche Spende dauerte eine halbe bis ganze Stunde

 

Die Stammzellspende erfolgte über das Knochenmark im Beckenkamm – „nicht über das Rückenmark, wie viele denken“, Seite 2 von 3 sagt Albers. Ein kleiner Schnitt wurde gesetzt, mit einer Hohlnadel entnahmen zwei Ärzte gemeinsam aus dem Knochen das Gemisch aus Stammzellen und Blut. Die Menge kann zwischen 500 und 1500 ml je nach Größe und Gewicht des Empfängers variieren, so Albers. Der Schnitt war so gering, dass er nicht genäht werden musste. „Natürlich war es ein operativer Eingriff, der Knochen wurde punktiert. Dafür, dass man dadurch aber einem Menschen das Leben retten kann, nimmt man dies gerne in Kauf“, so Albers.

 

Für den Zeitraum der Stammzellspende wurde Albers vom Borromäus Hospital Leer freigestellt. „Auf die Entschädigung für den Verdienstausfall haben wir gerne im Sinne einer Spende verzichtet, um die Arbeit der DKMS zu unterstützen“, teilt Lars Ostermann, Teamleitung der Intensivstation, mit.

 

Inzwischen spürt der 24-Jährige nichts mehr von dem Eingriff. „Der Körper regeneriert sich schnell. Mir ging es von Tag zu Tag besser.“ Anfangs fühlte er sich noch abgeschlagen und schlapp. Einige Wochen hatte er einen Muskelkaterschmerz im unteren Rückenbereich.

 

„Es ist kein großer Aufwand und Eingriff“, sagt Albers. „Ich würde mich freuen, wenn auch andere sich registrieren lassen, um die Chance zu erhöhen, dass schwer kranken Menschen geholfen werden kann. Man muss bedenken: Es könnte jeder von uns sein, der dort um sein Leben kämpft. Jeder sollte diese Chance erhalten.“

 

DKMS:

 

Die DKMS ist eine gemeinnützige GmbH, die international tätig ist und sich dem Kampf gegen Blutkrebs angenommen hat. Ihr Ziel ist nach eigenen Angaben, so vielen Patienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Sie sei weltweit führend in der Versorgung von Patienten mit lebensrettenden Stammzelltransplantaten, so die DKMS. Weiterhin betreibe sie wissenschaftliche Forschung in den Bereichen Blutkrebs und Stammzelltransplantationen.