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Das Projekt Ländlicher Veränderungsprozess Nördliches Emstal präsentiert sich erfolgreich auf dem internationalen Fest in Papenburg am 22. Juni 2019

Die Bürgermeister aus Papenburg, Lathen und  Rhede (Ems) sowie eine Vertreterin der Stadt Haren/Ems und das Büro mensch und region stellten den Prozess und sich selbst vor einer besonders geeigneten Kulisse der Öffentlichkeit vor. Mit den neuen Nachbarinnen und Nachbarn zusammenleben und die eigene Region gestalten, mit allen, die kommen und bleiben wollen, ist das große Ziel, dem sich das nördliche Emstal (NET), bestehend aus Papenburg, Rhede (Ems), Dörpen, Lathen und Haren/Ems seit 2015 verschrieben hat, so die Aussagen der anwesenden Vertreter.

 

Die Bürgermeister aus Papenburg, Lathen und Rhede (Ems) sowie eine Vertreterin der Stadt Haren/Ems und das Büro mensch und region stellten den Prozess und sich selbst vor einer besonders geeigneten Kulisse der Öffentlichkeit vor

 

Dazu startete das Nördliche Emstal einen Ländlichen Veränderungsprozess (LVP) als landes- und bundesweites Pilotvorhaben mit finanzieller Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der nun sichtbar und öffentlich wird und alle Interessierten aus den 5 Kommunen einlädt, mitzumachen.

 

„Das internationale Fest in Papenburg auf dem Gelände der alten Werft war der perfekte Ort, um Stimmen einzuholen, die Menschen zu befragen und einzuladen, an dem Prozess teilzuhaben und zu überlegen, was eine Willkommensregion bieten sollte“, betont Jan-Peter Bechtluft, Bürgermeister der Stadt Papenburg.

 

Auch Karl-Heinz Weber, Bürgermeister der Samtgemeinde Lathen und Sprecher der Steuerungsgruppe, rief alle Teilnehmenden auf, etwas zur Willkommensregion beizutragen

 

Die Bürgermeister freuen sich über die vielen Rückmeldungen von Gästen  auf dem Ausstellungsstand. Weber fasst die ersten Antworten zusammen: „Die Zugewanderten aus verschiedenen Ländern interessieren sich für unsere Kultur, unsere Gebräuche und unser Essen, während die Menschen aus dem nördlichen Emstal sich fragen, was die Menschen bewogen hat, ihre Heimat zu verlassen, wie sie vorher gelebt haben, wie sie sich hier fühlen, was sie zurücklassen mussten und was sie tun möchten, um die Situation in ihrem Heimatland zu verbessern. Wir möchten Anlässe schaffen, um die Menschen zusammenzubringen, damit sie sich kennenlernen und sich austauschen können. Vor allem aber wollen wir erreichen, dass sie mit ihren Familien kommen und bleiben, als Flüchtlinge aber auch als Menschen, die bei uns eine neue Arbeit und Zukunft finden wollen.“.

 

Birgit Böhm von mensch und region aus Hannover begleitet mit ihrem Team den Prozess. „Die Auswertung der ersten Fragerunde ist spannend und sehr bewegend“, sagt sie. „Auf die Frage, was für ein gutes Zusammenleben von Einheimischen und Zuwandernden notwendig ist, haben die meisten geantwortet Respekt, Verständnis, Toleranz und Vertrauen und viele der Zugewanderten wünschen sich für die Zukunft, im Nördlichen Emstal alt werden zu können, Freundschaft auch mit Deutschen zu pflegen, eine Familie zu haben und eine gute Arbeitsstelle, auf der sie ihren Berufen und Interessen nachgehen können.“

 

Dies Wirklichkeit werden zu lassen ist das Ziel, denn inzwischen brauchen nicht nur die Zuwandernden das Nördliche Emstal als Ort der Ankunft und als Ort für Sicherheit und Schutz, sondern auch das Nördliche Emstal braucht die Menschen, die zuwandern. Der demographische Wandel mit der alternden und schrumpfenden Gesellschaft, die Abwanderung von jungen Menschen führen dazu, dass immer mehr Arbeitsstellen frei bleiben. „Wir brauchen Menschen, die sich hier wohl fühlen und uns unterstützen und mit uns hier leben, betont Bechtluft. Die Zukunft können wir nur im Schulterschluss mit allen gestalten. Wie das gehen kann, was dafür zu tun ist, wollen wir gemeinsam mit allen herausfinden und in die Tat umsetzen“.

 

In wenigen Wochen startet offiziell ein weiteres Projekt, einerseits als Idee aus dem LVP – Projekt entstanden, aber auch selbstständiges landesweites Pilotvorhaben für analoge und digitale Beteiligungsprozesse

 

Es heißt ANNET, Abkürzung für Agiles Netzwerk Nördliches Emstal. Hier entstehen in jeder der fünf Kommunen Räume, in denen sich Menschen treffen können und digitale Ausstattungen finden, um auf höchstem digitalen Niveau kommunenübergreifend oder für die eigene Kommune Ideen zu entwickeln, Netzwerke zu bilden, Wissen auszutauschen, aber auch digitale Kompetenz zu erwerben. „Wir wollen die Region gemeinsam nicht nur in Bewegung versetzen, sondern Strukturen anschauen und anpassen und die Region zukunftsfähig aufstellen, betont Böhm. „Kein leichter Weg, der Mut und Durchhaltevermögen braucht, aber das ist sicherlich etwas, das im Emsland aufgrund der großen Erfahrungen aus anderen Prozessen in großem Maße vorhanden ist“, fügt sie lächelnd hinzu.

 

Im nächsten Jahren werden in jeder Kommune Landschaftskunstprojekte umgesetzt, an denen sich Menschen aus dem Nördlichen Emstal und zugewanderte Menschen beteiligen können und sollen.

Jede und jeder, der oder die Interesse hat, im Prozess mitzumachen oder eigene Ideen einzubringen, kann sich schon jetzt bei der Hotline oder Online (www.noerdliches-emstal.de) melden.

Der nächste Einsatz des Beteiligungsstandes mit Bulli und Befragung wird in Rhede am 3. Juli anlässlich der Ferienpasseröffnungsveranstaltung stattfinden.

 

Telefon-Hotline: 05933-66 78 Montag u. Freitag 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Donnerstag 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Fragen können Sie auch richten an Birgit Böhm, Carsten Stimpel, Birgit Mangels-Voegt, mensch und region, Hannover, 0511 44 44 54, vor Ort gern auch an die Bürgermeister der Region.