Advertisements

Wer im Emsland lebt, weiß, dass es hier ohne eigenes Auto manchmal nicht geht – selbst die Kreisregierung sagt vorsichtig, dass „der Öffentliche Personennahverkehr eine besondere Herausforderung“ darstellt. Kein Wunder also, dass es bei rund 130.000 Haushalten im Kreis ganze 180.000 Autos gibt.

 

Wenn das Auto „muckt“, stecken nicht immer aufwendige Ursachen dahinter – aber manchmal schon. (pixabay.com / Joenomias)

 

Aber das Auto hat leider die Neigung, wegen seiner zigtausenden Einzelteile Probleme zu produzieren – und nicht alle benötigen einen direkten Abbruch des eigentlichen Fahrziels und Umorientierung Richtung Werkstatt. Der folgende Artikel zeigt deshalb sieben typische Macken, wie sie sich ausdrücken und wie ernst das Problem ist.

  1. Dauerhaft weißer Dampf aus dem Auspuff

Dass an einem frostigen Morgen der Auspuff weiß dampft, ist normal – das ist bloß verdampfende Luftfeuchtigkeit im Inneren.

Aber: nach wenigen Minuten Betriebszeit muss der Dampf verschwinden. Tut er das nicht, läuft Wasser nach – dann ist höchstwahrscheinlich die Zylinderkopfdichtung verschlissen; zwischen Brennraum und Kühlkreislauf gibt es jetzt eine Brücke.

Ernsthaftigkeitslevel: Hoch. Unbedingt Kühlwasserstand im Auge behalten und rasch Werkstatt ansteuern.

  1. Automatikgetriebe ruckelt und/oder schaltet verzögert

Immer mehr Menschen kaufen sich Automatik-Fahrzeuge – komfortabel, sparsam, einfach besser. Doch wenn das Automatikgetriebe ruckelt oder verzögert schaltet, befürchten viele das Schlimmste.

Die gute Nachricht: Technisch sind die Automaten enorm robust. Selbst derartige Macken sind kein Hinweis auf teure Schäden – vielfach steckt dahinter nur Getriebeöl, das verschlissen ist.

Ernsthaftigkeitslevel: Niedrig/Mittel. Getriebeölwechsel und -spülung alsbald vom Profi durchführen lassen, dann ist das Problem in aller Regel behoben.

  1. Ruckelndes Lenkrad beim (scharfen) Abbremsen

Das Vertrauen in die Bremsanlage ist der einzige Grund, warum Menschen ihren Wagen überhaupt auf Tempi oberhalb Fußgängergeschwindigkeit beschleunigen. Verständlich, dass viele nervös werden, wenn bei mehr oder weniger beherztem Bremspedaleinsatz das Lenkrad vibriert.

Woher es kommt? Bremsscheiben sind aus Stahl. Bremst man ungewohnt scharf (etwa an einer Autobahn-Ausfahrt), erhitzt sich die Bremsscheibe über Gebühr und wird weicher. Der nächste feste Bremspedaltritt (etwa an der Ampel nach besagter Ausfahrt) lässt sich die Scheibe durch den Druck verformen, wodurch sie „eiert“.

Ernsthaftigkeitslevel: Mittel. Die Bremsleistung wird zwar nicht reduziert. Aber die Vibrationen belasten die Radaufhängung. Nicht allzu lange warten.

  1. Auto hängt an einer Ecke schief

Dieser Punkt fällt vielen Besitzern nicht beim Fahren auf, sondern wenn sie an ein auf einer flachen Ebene stehendes Auto herantreten: Irgendwie scheint eine Ecke tiefer zu hängen als der Rest. Vielleicht kaum merklich.

Falls andere Gründe – etwa ungleiche Beladung des Kofferraums – ausgeschlossen sind, sollte man sich darauf einstellen, in die Werkstatt zu müssen. In vielen Fällen ist durch Korrosion die unterste Windung der Fahrwerksfeder gebrochen. Die Feder ist an der betroffenen Fahrzeugseite also kürzer, wodurch der Wagen tiefer liegt.

Ernsthaftigkeitslevel: Hoch. Wo die Feder bricht, besteht das Risiko, dass es ein weiteres Mal passiert. Mit womöglich fatalen Folgen, sollte sich das betroffene Rad im Radhaus verkeilt. Am besten nicht mehr fahren, sondern das Auto abschleppen lassen.

  1. Wummerndes Geräusch bei Kurvenfahrt

Man hat ein wenig Tempo drauf, ist vielleicht auch zügig unterwegs und durchfährt eine Kurve. Sofort beginnt auf der kurvenäußeren Fahrzeugseite, entweder vorn oder hinten ein Geräusch, das sich am besten als „WuWuWuWuWuWuWu“ beschreiben lässt. Nicht immer ist es mit spürbaren Vibrationen verbunden.

 

 

Wenn das nur auf einer Fahrzeugseite passiert, kann man davon ausgehen, dass am betreffenden Rad das Radlager „ausgelaufen“ ist; bei der Kurvenfahrt liegt auf den kurvenäußeren Rädern mehr Gewicht, wodurch das Problem hörbar wird.

Ernsthaftigkeitslevel: Mittel. Solange es nur in Kurvenfahrten auftritt, hat man noch genug Spielraum, einen zeitnahen Werkstatttermin zu vereinbaren. Bitte aber nicht zu lange zögern.

  1. Tür knackt beim Öffnen

Abends schloss die Tür noch sanftweich und satt, am nächsten Morgen knackt sie beim Öffnen auf halbem Wege unschön. Ein Problem, das häufig vorkommt – besonders an der Fahrertür.

Der Übeltäter ist das Türhalteband, das dafür sorgt, dass die (halb-)offene Tür nicht ohne Weiteres zufällt. Dieses wird von Kunststofflagern gehalten, die oftmals nur eine gewisse Zahl an Öffnungs- und Schließvorgängen überstehen.

Ernsthaftigkeitslevel: Niedrig. Noch wird die Tür trotzdem sicher offengehalten. Wenn der nächste Inspektionstermin nicht mehr in monatelanger Ferne liegt, kann man das Problem dabei beseitigen lassen.

  1. Rasselgeräusche bei laufendem Motor unter dem Auto

Wenn der eben noch leise Auspuff plötzlich dröhnt wie ein Bagger, wissen selbst Laien, dass der Auspuff durchgerostet ist. Aber was bedeutet denn der Sound, der sich am besten mit Kieselsteinchen, die sanft in einer Dose geschüttelt werden, vergleichen lässt?

Auch da steckt das Problem meist in der Auspuffanlage, aber weiter vorn – der Katalysator. Der besteht innen aus einem wabenförmigen Keramikmaterial. Das kann sich als Ganzes von seiner Blechhülle gelöst oder – wahrscheinlicher – teilweise zerlegt haben. Was rasselt, sind die Einzelteile.

Ernsthaftigkeitslevel: Mittel. Auch wenn noch keine Abgaskontrolleuchte aufblinkt, hat man bereits jetzt schlechtere Abgaswerte. Zeitnah die Werkstatt aufsuchen.