Schulbibliothek eröffnet – Projekte für traumatisierte Kinder umgesetzt

 

Nordhorn. Nach den schweren Erdbebenereignissen in Italien in 2016 und 2017 hatten Menschen aus Nordhorn und der Grafschaft Bentheim insgesamt 25.000 Euro gespendet. Damit wurden Projekte für traumatisierte Kinder sowie der Bau einer neuen Schulbibliothek unterstützt. Die Bibliothek konnte nun in Anwesenheit einer Nordhorner Delegation eröffnet werden.

 

Das Foto (© Brünink) zeigt den Vorsitzenden des Nordhorner Partnerschaftskomitees Achim Haming (links) gemeinsam mit Hochschuldirektorin Maria Rita Pitoni und Aloys Domnick vom Nordhorner Förderverein bei der Einweihung der neuen Schulbibliothek.

 

In 2016 und 2017 wurde die Region, in der sich Nordhorns Partnerstadt Rieti befindet, von heftigen Erdbeben heimgesucht. Besonders stark betroffen und im Fokus der internationalen Berichterstattung war Rietis Nachbarort Amatrice. Doch auch in Rieti selbst gab es teils schwere Schäden, unter anderem an der Hochschule „Luigi di Savoia“.

 

Um die Partnerstadt und die umliegende Region zu unterstützen, hatte der Verein zur Förderung der Nordhorner Städtepartnerschaften die Spendenaktion „Grafschafter helfen Erdbebenopfern“ ins Leben gerufen. Ziel war es, insbesondere den von den Erdbeben betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen.

 

Dank Unterstützung durch die örtlichen Medien und die Stadt Nordhorn konnten insgesamt 25.000 Euro gesammelt werden. Auf Vorschlag aus Rieti wurden die Spenden dann auf zwei Projekte aufgeteilt: 15.000 Euro wurden der Hochschule Luigi di Savoia zur Verfügung gestellt, die aufgrund der Erdbeben mehrere Gebäudeteile evakuieren und die Schulbibliothek aufgeben musste. Die übrigen 10.000 Euro gingen an „Velino for Children“, ein Programm für traumatisierte Kinder und deren Familien.

 

Der neue Aufenthalts- und Bibliotheksbereich der Hochschule Luigi di Savoia konnte nun eröffnet werden. An den Feierlichkeiten nahmen auch der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Achim Haming sowie Aloys Domnick vom Förderverein teil. Mit Hilfe der Spendengelder wurde ein Trakt der Schule komplett umgestaltet und eine neue, erdbebensichere Möblierung angeschafft. In den Regalen finden nun viele der Bücher Platz, die nach den Erdbeben eilig in Umzugskartons verpackt und aus den einsturzgefährdeten Gebäudeteilen gerettet worden waren.

 

 

Hochschuldirektorin Maria Rita Pitoni und Rietis stellvertretender Bürgermeister Daniele Sinibaldi dankten den Menschen in Nordhorn und der Grafschaft Bentheim von Herzen für die große Spendenbereitschaft und die freundschaftliche Unterstützung. Haming brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Spendengelder an der Schule genau an der richtigen Stelle eingesetzt wurden: „Durch eine gute Ausbildung der jungen Menschen in Rieti können wir nachhaltig dazu beitragen, dass die Stadt sich von den Auswirkungen der Erdbeben erholt und besser auf zukünftige Ereignisse vorbereitet ist“, so der Komiteevorsitzende.

 

4 Projekte umgesetzt

 

Auch die Organisatoren des Projekts „Velino for Children“ richteten anlässlich des Besuchs der Nordhorner Delegation ihren Dank aus und gaben einen Projektbericht ab. Mit den Geldern aus der Spendenaktion konnten vier konkrete Projekte umgesetzt werden: So wurden im Schuljahr 2017/2018 psychologisch-erzieherische Gruppen für Eltern und Lehrer eingerichtet, um diese für den Umgang mit traumatisierten Kindern zu schulen. Ebenso wurde eine psychologische Anlaufstelle für Schüler, Eltern und Lehrer an einer örtlichen Schule im Erdbebengebiet eingerichtet.

Im Rahmen eines aus den Spendengeldern finanzierten Kreativlabors in Zusammenarbeit mit der Bibliothek von Amatrice konnten Kinder ihre Erdbebenerfahrungen durch das Zeichnen von Comics verarbeiten. Als viertes Projekt wurde ein Musiklabor in einem Kindergarten anteilig mitfinanziert. Unter Anwendung musikpsychologischer Methoden wurde hier unter anderem ein Weihnachtskonzert für und mit den Kindern vorbereitet.