Hubertusmesse eröffnet Jagdtag für Mensch und Tier

 

Sögel. Hörner tönen, Hunde bellen und Reiter galoppieren: Am Sonntag, den 22. September, findet auf Schloss Clemenswerth wieder die Schleppjagd statt. Auch in diesem Jahr ist der einzig erhaltene Jagdstern wieder Start- und Endpunkt für die traditionsreiche Schleppjagd über den Hümmling. Eröffnet wird der Tag um 11 Uhr mit einer Hubertusmesse für Mensch und Tier unter freiem Himmel, die musikalisch von den Jagdhornbläsern Clemenswerth e.V. begleitet wird. D.h. Reiter, Jäger, und Falkner sind herzlich eingeladen, ihre tierischen Begleiter mitzubringen.

 

© Eckhard Albrecht

 

Die Hochämter in der St. Jakobus Kirche Sögel und in der Schlosskapelle entfallen an diesem Tag

 

Der Heilige Hubertus ist der Schutzpatron der Jagd. Seine wundersame Begegnung mit einem Hirsch, der ein Kreuz zwischen dem Geweih trägt, zeigt das Altarbild der Schlosskapelle.

Nach der Messe sorgen der Schlosskeller sowie der Reit- und Fahrverein Sögel e.V. (RuF) für den Mittagsimbiss auf dem Schlossplatz. Denn bereits ab 12 Uhr sammeln sich die standesgemäß gekleideten Reiter, zum Teil in roten Jagdröcken, mit ihren stattlichen Pferden und der Cappenberger Hundemeute zum Stelldichein auf dem Schlossplatz. Der Start der Schleppjagd ist um ca. 13.30 Uhr nach Grußworten u.a. von Marc-André Burgdorf, des zukünftigen Landrates. Angeführt wird die Gesellschaft in diesem Jahr von Jagdherrin Tanja Will.

Herzlich zur Teilnahme an der Schleppjagd eingeladen sind auch gummibereifte Kutschen. Musikalisch werden die Reiter auf der Strecke nicht nur von den Jagdhornbläsern, sondern auch von den Krefelder Parforcehornbläsern begleitet. Im Übrigen: Auf der ca. 12 Kilometer langen Strecke wird kein Tier gejagt und getötet. Trainiert ist die etwa 30 Hunde starke Meute auf Heringslake, die als Duftspur von den vorausreitenden Schleppenlegern als Fährte gelegt wird.

 

Unterhaltungsprogramm für jedes Alter

 

Bis zur Wiedereinkehr der Reiter um ca. 16.30 Uhr wird Besuchern auf dem Schlossplatz ein abwechslungsreiches Programm geboten. Das Jägermobil der Jägerschaft Aschendorf-Hümmling lädt dazu ein, den Blick auf die heimische Tierwelt zu schärfen. Die Jägerschaft führt zudem um 14.30 Uhr und 15.30 Uhr die Ausbildung von Hunden zu Jagdbegleitern vor. Der Pferde-Dentist Dieter Lippmann freut sich auf tierische Patienten und die Natur- und Tierfotografin Anika Börries präsentiert einige ihrer Arbeiten. Auch Kindern wird das Warten auf die Jagdgesellschaft mit verschiedenen Angeboten verkürzt: Ab 12 Uhr lädt der Basteltisch und der Steckenpferd-Parcours ein. Zu diesem Rennen, bei dem es nicht nur um Geschwindigkeit und Geschicklichkeit, sondern auch das gewisse Quäntchen Glück geht, kann ein Steckenpferd geliehen oder ein eigener wilder „Hengst“ mitgebracht werden.

Den Gewinnern winken bei der Verleihung um ca. 15.45 Uhr tolle Preise! Auch das beliebte Ponyreiten vom RuF (ab 14 Uhr) fehlt nicht im Programm. Selbstverständlich laden auch das Schloss und die Ausstellungspavillons zum Besuch ein. Beschlossen wird die Schleppjagd gegen 16.30 Uhr mit dem traditionell geblasenen Halali, der Übergabe des Eichenbruchs für die Reiter und dem Rinderpansen für die Hundemeute.

 

Lebendige Denkmalpflege

 

Wie die Mariä-Himmelfahrts-Messe und der Falknertag wird die Schleppjagd von der Emsländischen Landschaft e.V. als wichtiges und förderungswürdiges Immaterielles Kulturerbe unterstützt. „Eine Veranstaltung wie die Schleppjagd bedeutet auf Schloss Clemenswerth lebendige Denkmalpflege“, so Museumsdirektor Oliver Fok. Das unterstreicht auch Werner Gerdes, Vorsitzender des RuF: „Insbesondere eine Schleppjagd vor einer so authentischen Kulisse gilt es zu erhalten, gibt es doch in Deutschland immer weniger Schleppjagden mit immer weniger Teilnehmer!“

Veranstalter der Schleppjagd sind der Reit- und Fahrverein Sögel e.V. in Zusammenarbeit mit dem Emslandmuseum Schloss Clemenswerth sowie der Gemeinde Sögel. Unterstützt wird die Veranstaltung durch den Landkreis Emsland.

Der Eintritt zur Messe und zur Schleppjagd ist frei. Für das Museum gilt der reguläre Museumseintritt. Alle Informationen unter www.clemenswerth.de.