Alfons Vietmeier übte mit deutlichen Worten Kritik an der Mauer zu Mexiko. Bild: LWH

Alfons Vietmeier übte mit deutlichen Worten Kritik an der Mauer zu Mexiko. Bild: LWH

Theologe berichtet im LWH über Drogenkrieg in Mexiko

Als „Spirale der globalisierten Gewalt“ hat der Theologe Alfons Vietmeier die Situation in Mexiko beschrieben. Die Veranstaltungsreihe „Die vergessenen Kriege“ des Ludwig-Windthorst-Hauses widmete sich am vergangenen Montag dem „Drogenkrieg“ in dem nordamerikanischen Land.
Die Auseinandersetzungen beträfen nicht nur die Sicherheitsbehörden und die Drogenkartelle, berichtete Vietmeier, der seit 1983 in Mexiko wohnt. Die Globalisierung und der westliche Konsum würden dazu beitragen, dass Mexiko zu einem Billiglohnland ohne Visionen verkomme. Die einfachste Form um in Mexiko Geld verdienen zu können seien Schutzgelderpressungen und Waffengewalt. Über 50.000 Jugendliche würden so ihren Lebensunterhalt verdienen. Jungen Mexikaner würden von den kriminellen Kartellen gezielt angesprochen und würden dann in deren Tätigkeitsfeldern „jobben“. Auch mit illegalem Organhandel würden die Kartelle Geld verdienen, die Kriminellen hätten es dabei vor allem auf Familien abgesehen.

Wegen der öffentlichen Gewaltexzesse würden viele Menschen aus Mexiko in Richtung USA fliehen – oft auf Güterzügen, die gezielt von den Kartellen beschossen würden. Auch Migranten aus Guatemala und El Salvador, die Mexiko als Transitland durchqueren würden, gerieten so in Gefahr. Um die Migranten zu schützen, hätten die kirchlichen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen 80 Migrantenzentren geschaffen. Alfons Vietmeier übte scharfe Kritik an der von den USA geplanten Mauer zwischen den beiden Ländern. Sie sei „absurd und obsolet“, denn der Grenzübertritt in die USA erfolge an drei Grenzpunkten. In ländlichen Gebieten seien fast keine Migrantenbewegungen bemerkbar.

Die Reihe „Die vergessenen Kriege“ im Ludwig-Windthorst-Haus wird im Herbst mit einem Blick auf die Zentralafrikanische Republik fortgesetzt.