In Papenburg kommt die Blumenschau 2019. Das hat der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur am Dienstagabend einstimmig bei zwei Enthaltungen beschlossen. Die Schau soll 2019 am Hauptkanal und im Stadtpark stattfinden und das bekannte Konzept der Schauen bis 2008 mit Veranstaltungsformaten der Landesgartenschau 2014 verbinden. „Wir haben hier wirklich ein tolles Konzept, das für alle Bürger und Besucher unserer Stadt ein Gewinn wird“, sagte Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft in der Sitzung. Er zeigte sich überzeugt von der Blumenschau-Idee, die in den vergangenen knapp drei Monaten durch eine Projektgruppe der Stadt geplant worden ist.

Das tragende Element der Blumenschau 2019 soll das Motto „Zeit für Entdecker“ sein. „Damit wollen wir Geschichte Papenburgs als Seefahrer-Stadt und als Geburtsort vieler Entdecker und Pioniere mit der Blumenschau verbinden“, erklärte Blumenschau-Projektleiter Heiko Abbas im Ausschuss. Zu sehen sein soll die Schau ab Juni bis September 2019 am Hauptkanal von der Giesen-Brücke bis zum Rathaus. Als Veranstaltungsgelände ist der Stadtpark vorgesehen. „Hier werden wir 19 Tage lang eine bunte Entdeckungsreise über die sieben Kontinente der Erde anbieten. Das Besondere dabei ist, dass die Blumenschau keinen Eintritt kosten wird“, so Abbas. Diese Entscheidung soll vor allem ein Signal an alle Bürger der Stadt sein. „Wir werden den Stadtpark für den Aufbau rund drei Wochen schließen müssen und das mitten im Sommer. Im Anschluss wird es auch Sperrzeiten für den Abbau geben müssen. Wenn wir dazwischen auch noch Eintritt von den Papenburgern für ihren Stadtpark verlangen, wäre das sicherlich schwer zu vermitteln.“ Von dieser Vorgehensweise zeigte sich auch der Ausschussvorsitzende Dr. Burkhard Remmers überzeugt: „Wir schaffen hier einen Mehrwert in unserer Stadt, der allen zugutekommt: den Bürgern, den Besuchern, den Betrieben und auch den Vereinen und Verbänden.“

Gerade letztere sollen sich im Rahmen der Blumenschau engagieren. „Unser Konzept bietet viele Möglichkeiten zum Mitmachen. Wir werden darum noch an viele Sponsoren und Partner herantreten und sie zum Mitmachen bewegen“, sagte Abbas. Ein wesentlicher Bestandteil soll dabei die Vernetzung mit den umliegenden Kommunen sein. „Wir wollen auch Rhede (Ems), Dörpen, Weener, Westoverledingen, Rhauderfehn und Nordhümmling einladen, sich in der Fläche mit einem Garten zu engagieren. Erste Vorgespräche stimmen uns hier optimistisch“, erklärte Abbas. Denn so gäbe es nicht nur für alle Papenburger mehr zu sehen, sondern auch für alle Gäste aus dem Umfeld. „Zu guter Letzt möchten wir auch noch niederländische Kommunen ansprechen. Hier haben wir bereits mit der Stadt Veendam erste Gespräche geführt.“ Sicherlich könne man in den kommenden Wochen und Monaten das Angebot an Themengärten näher vorstellen. „Schon jetzt haben wir von acht Gärtnern aus der Region Absichtserklärungen, dass sie als Sponsoren auf der Blumenschau dabei sein werden. Sie bilden das ,florale Rückgrat‘ unserer Veranstaltung.“ Nach dem Votum im Ausschuss müsse es nun darum gehen, die entsprechenden Vereinbarungen zu schließen und mit der Planung fortzufahren.

„Wir sind mit der ersten Entwurfsplanung zwar schon weit vorangekommen. Aber die Kostenkalkulation ist im Moment noch eine Grobplanung“, sagte Eric Bruns vom Fachbereich Finanzen am Dienstagabend. Er stellte das Budget der gesamten Blumenschau in Höhe von 669.900 Euro vor. „Dieser Wert ist an vielen Stellen bereits sehr detailliert nachgerechnet, aber noch nicht an allen Stellen“, so Bruns. Darum werde das Projekt auch intensiv durch den Ausschuss für Finanzen und Controlling begleitet. „Bis zum Jahresende haben wir die Kostenanalyse sicherlich deutlich detailreicher. Aber eines ist jetzt schon klar: diese Marke ist unsere Obergrenze.“

Noch nicht genau fest stehen die Veranstaltungen. „Mit dieser Planung können wir erst jetzt starten, nachdem wir das OK aus dem Ausschuss erhalten haben“, sagte Marco Köttker. Der Veranstaltungskaufmann von Papenburg Kultur zeigt sich zuversichtlich, dass die Blumenschau 2019 genau die richtige Plattform für einen abwechslungsreichen, bunten und vor allem interessanten Veranstaltungssommer wird. „Wir haben viele Möglichkeiten und Anknüpfungspunkte, vor allem thematisch. Da ist von Kleinkunst, über Hobby-Chöre und Orchester bis hin zu Lesungen oder großen Konzerten alles denkbar“, sagte Köttker. Als Veranstaltungsbudget für die gesamten vier Monate sind in der Planung 30.000 Euro vorgesehen. „Das ist für den langen Zeitraum nicht viel Geld. Aber wir haben ja schon bewiesen, dass man auch mit wenig finanziellem Aufwand eine tolle Veranstaltung auf die Beine stellen kann, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr das ,Steamfest‘.“

Auf ein Highlight freut sich die gesamte Projektgruppe schon jetzt. „Wir werden im Rahmen der Blumenschau ein ,Abenteuerland‘ für Kinder und Jugendliche im Stadtpark anbieten. Dort soll es dann mit den Kooperationspartnern Ökohof, der Historisch-ökologischen Bildungsstätte, dem regionalen Umweltzentrum und unserem Jugendzentrum tolle Angebote für nachhaltige und ökologische Bildung geben“, erläuterte Abbas. Auch weitere Partner seien denkbar, so könne man nicht nur Ferienpassaktionen der Stadt Papenburg in der Fläche durchführen, sondern auch von benachbarten Kommunen.