Alanya von oben

Alanya von oben

Viele, die jedes Jahr in die Türkei gefahren sind überlegen sich, dieses aufgrund der Warnungen des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) nun doch nicht mehr zu machen. Doch wie ist die aktuelle Situation in der Türkei -* ein kleiner aktueller Bericht.

Wir sind genau an dem Tag  angereist, als in Brüssel der Flughafen von Terroristen angegriffen wurde. Brüssel stand als Auswahlflughafen bei uns als Alternative, falls Friedrichhafen aufgrund irgendwelcher Umstände ausfallen würde, zur Diskussion. Aber in Friedrichshafen lief trotz der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen alles glatt und reibungslos. Das lag auch daran, dass wir spät abends erst los geflogen sind und sich die aktuelle Situation in Brüssel etwas beruhigt hatte.

In Antalya angekommen gab es das normale Procedere – aufsuchen des Veranstalters, der einem einen Bus zugewiesen hat, mit dem man dann in das Hotel gefahren wurde. Geplant war bei uns das „Titan Garden“ in Konakli. Eine kleine Stadt etwa 15 km von Alanya entfernt. Ein Vier Sterne Hotel.

Nach ca. 2 Stunden Busfahrt kamen wir im recht „dunklen“ Konakli an und es wurde festgestellt, dass das Hotel geschlossen war. Aber direkt nebenan war das „Titan Select“ der gleichen Hotelgruppe, jedoch mit einem Stern mehr, in welches wir dann einchecken durften.

Der deutschsprachige Empfang an der Rezeption war sehr nett und kompetent  und erklärte uns, dass aufgrund der rückläufigen Touristenzahlen das „Titan Garden“ nicht geöffnet sei und gegen vier Uhr morgens bekamen wir dann ein Zimmer im 5. Stock.

Aussicht vom Hotel

Aussicht vom Hotel

Die schöne Aussicht, welches das Zimmer hatte, wurde uns erst am nächsten Morgen klar. Eine Mischung aus Berge und gleichzeitig auch Meer – Top Zimmer und auch der Rest vom Hotel war sehr gepflegt und hygienisch einwandfrei.

Doch was passiert hinter den Kulissen? Wie schaut es aus, wenn man das Hotel verlässt und mal ein wenig ins Hinterland fährt und sich dort umschaut.

Beim Verlassen des Hotels fällt die Militärpräsenz auf, die sich aber doch im Hintergrund hält. Auf den Straßen werden regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Ob dieses nun aufgrund der  aktuellen Lage stattfindet oder eine „Normale Situation“ ist, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Was aber auffällig ist, sind die leeren Hotels.

Rund um unser Hotel gibt es kein Hotel, welches offen hat. Nach Rücksprache mit der Reiseleitung kommt heraus, dass es einen Rückgang der Touristen um ca. 80% gibt. Viele Hotels bleiben über Ostern und auch später geschlossen, da keine Besucher erwartet werden. Nur wenige haben gebucht. Gerade abends, wenn man vom Balkon geschaut hat, war es gespenstisch, denn es erschien alles recht dunkel.

Die Einkausfsstraßen von Konakli sind ebenfalls leer. Geschäfte „verwahrlost“ und auch der neu gebaute „Mc Donalds“ wird kaum besucht. Dieses liegt allerdings nicht an der Tatsache, dass wir „erst Ostern haben“. In den letzten Jahren habe es hier sehr viel mehr Betrieb gegeben bekommen wir immer wieder gesagt.

Weiter im Hinterland, im Taurus Gebirge, und auch in Alanya und Antalya die gleichen Bilder. Leere Straßen, immer wieder mal Militär und eine leere Hafenpromenade in Alanya direkt.

Jeep Tour

Jeep Tour

Wir hatten die Möglichkeit wahr genommen und eine der im Moment seltenen „Jeep Touren“ gebucht und auch dort haben die Veranstalter Probleme, die einzelnen Touren durchzuführen. „Es sind einfach zu wenige da, die mitmachen wollen!“. Dennoch oder gerade deswegen werden die Touren perfekt organisiert und durchgeführt.

Weitere, selbst organisierte Fahrten oder Besuche im Hinterland und auch den anderen Städten brachten immer wieder zum Vorschein, dass die Touristen ausgeblieben sind. Leere Straßen, geschlossene Geschäfte, wenige „Fliegende Händler“ die sonst viel zu sehen sind.

Leere Liegen am Hotelpool

Leere Liegen am Hotelpool

Hotel oder Strand in der Türkei

Bleibt man die Zeit im Hotel und am Strand, so braucht man sich über „Reservierte Liegen“ am Pool oder am Strand keine Sorgen machen. Der kilometerlange Strand ist auch bei den super Temperaturen nur wenig besucht und auch die Pool Liegen stehen vereinsamt herum.

Dim Höhle im Taurusgebirge der Türkei

Dim Höhle im Taurusgebirge der Türkei

Ein Fazit zu ziehen ist recht schwer, da man natürlich selber wissen muss, was man möchte. Aus unserer Sicht ist es schwierig einzuschätzen, wie stark die Gefahr in der Türkei ist. Wir haben jedoch zu keinem Zeitpunkt ein „mulmiges“ Gefühl gehabt oder fühlten uns bedroht. Organisierte Ausflüge wie die „Jeep Tour ins Taurus Gebirge“ oder eine „Boots Tour rund um Alanya“ oder auch das Besuchen der Tropfsteinhöhle wurden gut organisiert und man fühlte sich sicher. Es wurde aber schon darauf geachtet, dass die Gruppe immer gut zusammen geblieben ist.

Ob man, wie wir, auch eigenständige Touren, mit Auto oder mit den normalen Buslinien macht, bleibt jedem natürlich selber überlassen. Es ist eine tolle Möglichkeit Menschen kennen zu lernen, die weit außerhalb des „normalen Tourismus“ leben, aber dennoch ist uns bewusst gewesen, dass man die Gefahr niemals unterschätzen sollte.

Wir lassen uns überraschen, wie es in ein paar Monaten ausschauen wird, wenn ein wenig mehr Ziet vergangen ist nach den Terror Anschlägen. Wir hoffen einfach, dass nun ein wenig Ruhe einkehrt und sich der Tourismus in der schönen Gegend erholen kann.

Text und Fotos: Marco Schlösser